Vitamin E (Tocopherol) - was bedeutet ein Vitamin E Mangel?

Geschrieben von Withania Zuletzt aktualisiert: Samstag, 19 März 2016
Was sind Vitamin E Lebensmittel? © Zerbor - Fotolia.com
Was sind Vitamin E Lebensmittel? © Zerbor - Fotolia.com

Vitamin E / Tocopherol

Vitamin E (oder: Tocopherol) gehört zu den 4 fettlöslichen Vitaminen. Es gibt 8 biologisch aktive Mitglieder in der Vitamin E Familie. Am bekanntesten ist das Alpha-Tocopherol.

Welche Aufgabe hat Vitamin E im Körper?

Vitamin E ist das stärkste natürliche, fettlösliche Antioxidans. Es vernichtet schädliche Sauerstoffradikale, die beim Auf- und Abbau von Sauerstoff in den Zellen entstehen und wirkt dadurch als Zellmembranstabilisator.

Die Schutzfunktion betrifft auch den Fettstoffwechsel. Es wird diskutiert, dass Vitamin E die Ablagerungen in den Blutgefäßen verringern kann. Im Mangel kommt es zu oxidativem Stress, der eine Störung in der Membranstruktur verursacht. Man vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen dieser Störung und der Entstehung von chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Krebs und Arthritis besteht. Vitamin E wird außerdem in der Hautpflege eingesetzt.

Wie viel Vitamin E am Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Menge für
­ Frauen von 11 bis 12mg
­ Schwangere von 13mg und Stillende von17mg
­ Männer von 12 bis 15mg

Da es sich um ein fettlösliches Vitamin handelt, muss bei einer Mahlzeit gleichzeitig eine kleine Menge Fett mit aufgenommen werden.

In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin E?

Vitamin E findet sich in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, aber nur Pflanzen sind in der Lage das Vitamin auch zu produzieren. Die besten Quellen sind pflanzliche Speiseöle, aber auch Nüsse, Bohnen und bestimmte Kohlsorten sind reich an diesem Vitamin. In tierischen Lebensmitteln ist Vitamin E in Butter, Eiern und Fisch (Makrele, Hering, Lachs) zu finden.

Wie viel Vitamin E ist in einer Portion?

Weizenkeimöl (10g) 16mg
Sojabohnen (50g) 7,65mg
Grünkohl (150g) 6mg
Leinsamen (10g) 5,7mg
Erbsen (150g) 4,5mg
Sonnenblumenöl (10g) 5mg
Knollensellerie (150g) 3,9mg
Mandeln (10g) 2,8mg
Sesamöl (10g) 2,8mg
Makrele (150g) 2,4mg
Haselnüsse (10g) 2,1mg
Weiße Bohnen (50g) 2mg
Huhn (150g) 1,8mg
Olivenöl (10g) 1,4 mg

Was passiert bei einem Mangel an Vitamin E?

Ein echter Vitamin E Mangel kommt bei einer ausgewogenen Ernährung nur selten vor. In Deutschland zeigen die Ernährungserhebungen der Fachgesellschaft jedoch, dass die Versorgung mit Vitamin E für Jugendliche, Schwangere und Stillende nicht optimal ist.

Sehr einseitige Ernährung, wie sie bei extrem fettarmen Diäten besteht, kann zu einer Unterversorgung führen. Eine weitere Risikogruppe stellen Menschen mit chronischen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Kurzdarm, Zöliakie) dar. Dabei kann es zu einer eingeschränkten Aufnahme über den Darm kommen. Auch Frühgeborene können gefährdet sein.

Viele Faktoren spielen bei der Entstehung von Krebs eine Rolle. Einer dieser Faktoren soll reaktiver Sauerstoff sein. Es gibt einige großangelegte Studien, die einen Zusammenhang zwischen geringem Vitamin E Gehalt im Blut und dem Risiko zur Krebsentstehung sehen. Jedoch zeigen andere Studien keinen Zusammenhang. Belegt ist, dass Vitamin E durch seine antioxidative Wirkung die menschliche Erbsubstanz DNA vor Schädigungen durch freie Radikale schützen kann. Der Beweis, dass ein guter Vitamin E Status vor Krebs schützen kann, fehlt bisher.

Es gibt einige großangelegte Studien, die eine klare Korrelation zwischen niedrigem Vitamin E Status und der Entstehung von Herzerkrankungen zeigen. Die sogenannte MONICA Studie*, die an 16 verschiedenen europäischen Bevölkerungsgruppen durchgeführt wurde, zeigt den Zusammenhang am Deutlichsten.

Damit das menschliche Immunsystem optimal funktionieren kann, ist es auf eine ausreichende Zufuhr an Antioxidantien angewiesen. Wird zu wenig Vitamin E aufgenommen, kommt es zu einer eingeschränkten Immunantwort. Umgekehrt führt eine erhöhte Zufuhr zur Stimulation des Immunsystems.

Weitere Untersuchungen zeigen einen schützenden Effekt von Vitamin E auf die Blutgerinnung, die LDL-Oxidation (LDL = Transportvehikel für Cholesterin im Blut) und Arteriosklerose, die alle als Risikofaktoren für die Entstehung von koronaren Herzerkrankungen gelten. Weiterhin kann Vitamin E die Entwicklung von grauem Star und von Arthritis positiv beeinflussen.

Zu viel Vitamin E?

Bei einer normalen Ernährung ist eine Überdosierung von Vitamin E nicht möglich. Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel, die über längere Zeit verwendet werden, könnten jedoch negative Auswirkungen haben. Menschen mit Blutgerinnungsstörungen sollten diese Präparate meiden, da Vitamin E blutverdünnend wirkt. Auch Patienten, die Blutverdünner als Medikament einnehmen, müssen vorsichtig mit Vitamin E Präparaten umgehen. Außerdem hat zu viel Vitamin E eine negative Auswirkung auf die Resorption von Vitamin K und Vitamin A aus dem Darm.
Eine jüngst im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Studie zeigt, dass Männer, die hohe Mengen an Vitamin E aufnehmen und gleichzeitig einen niedrigen Selenstatus haben, häufiger an einem aggressiven Prostatakrebs erkrankten. An der Studie nahmen mehr als 35.000 Männer teil. Es ist deshalb wichtig, vor der Verwendung von Vitamin E Präparaten den Arzt zu befragen.

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* Die Monica-Studie wurde 1978 von der Welt Gesundheitsorganisation ins Leben gerufen. Der Grund lag in der Erkenntnis, dass die altersspezifische Todesrate bei koronaren Herzerkrankungen zurückging, man dafür jedoch keine Erklärung fand. Es wurde eine der größten medizinischen epidemiologischen Studien weltweit. Man untersuchte dabei Ursachen und Trends für Unterschiede in der Todesrate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in verschiedenen Ländern. „Monica“ steht dabei für „MONItoring CArdiovascular disease“ – Überwachung und Beobachtung von Herz- Kreislauferkrankungen.
Es beteiligten sich 37 Zentren in 21 Ländern weltweit an der zwischen 1976 und 2002 durchgeführten Studien. Insgesamt wurden Daten von über 10 Mio. Patienten gesammelt und ausgewertet. Erst durch diese Studie wurde klar, dass Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen echte Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sind. Die Ergebnisse haben Einfluss auf Prävention und Therapie genommen und dadurch den Rückgang von Herzerkrankungen und Schlaganfall zur Folge gehabt.

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