Chef vom Grill - so wird's was mit dem Grillgenuss

Geschrieben von Ulrike Schattenmann Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 29 Juni 2016
Das Grill Rezept für ein gelungenes Barbecue © Olesia Bilkei - Fotolia.com
Das Grill Rezept für ein gelungenes Barbecue © Olesia Bilkei - Fotolia.com

 

Natürlich gibt es Frauen, die grillen. In jeder vierten Familie übernimmt die Grillzange auch mal die Partnerin. Bei der großen Mehrheit der Haushalte aber ist und bleibt der Mann Chef am Grill.

Ob das an den männlichen Urinstinkten liegt, wie viele behaupten? Immerhin hat der Mensch rund drei Millionen Jahre in Jäger- und Sammler-Kulturen verbracht, und die Evolution lässt sich nicht so einfach abschütteln. Der Mann brät die erlegte Beute an der Feuerstelle, während das Weib Früchte und Beeren sortiert. Das würde auch erklären, warum Frauen sich meistens für den Salat zuständig fühlen.  

                                                                 Die schlimmsten Grillsünden

 Aluschalen sind unter Chef-Grillern etwa so beliebt wie die Atomkraftlobby bei Greenpeace. Merke: Nur direkt auf dem Rost wird das Grillgut kross und es entstehen die typischen Brandzeichen. Einzige Ausnahme: Bei Gemüse sind Alu-Einwegschalen ganz praktisch. 
 Bierdusche bringt nichts, außer dass Kohlestaub aufgewirbelt wird und auf dem Fleisch landet. Anti-Aging-Magazin.de rät: Lieber trinken als vergießen. 
 Spiritus Generell indiskutabel, außer man ist lebensmüde. Besser sind flüssige Anzündhilfen oder Brennwürfel, noch besser ein Anzündkamin (siehe oben).
 Ins Fleisch  pieksen Niemals während des Grillens das Fleisch anschneiden- oder mit zwei Gabeln aufnehmen. Dadurch tritt Fleischsaft aus und das Grillgut wird weniger saftig. Immer mit einer Grillzange arbeiten.

Auf der anderen Seite – wenn das Unter-Freiem-Himmeln-Bruzzeln schon im Gen-Code des Mannes eingebrannt ist, warum gibt es dann jedes Jahr Tausende Grillunfälle? Offensichtlich haben die Neuzeit-Kerle verlernt, mit Feuer zu hantieren. Drei Meter Mindestabstand zu Bäumen und Büschen sollten es schon sein. Auch beim Entfachen greifen Grill-Novizen immer noch zu den falschen Mitteln. „Spiritus, Benzin und andere Brandbeschleuniger sind tabu“, sagt Elmar Hör, Vorsitzender des Deutschen Grillsportvereins, dem mit rund 20.000 Mitgliedern größtem Grillclub der Republik. Hör rät dazu, einen Anzündkamin zu benutzen. Das ist eine Art Metalleimer mit Griffen, in dem die Kohle bereits nach 15 bis 20 Minuten durchgeglüht ist – ohne lästiges Wedeln oder Föhnen.

Wer sich die Hände nicht schmutzig machen, auf lange Vorheizzeiten und schwarzen Qualm verzichten will, kann auch zu Gas- oder Elektrogrills greifen. Letztere sind zwar besonders auf dem Balkon beliebt, fallen bei Chefgrillern wie Hör allerdings komplett durch: Sie entwickelten zu wenig Hitze, der typische Holzkohlegeschmack fehlt und ohne Steckdose geht gar nichts. Dann doch lieber ein Gasgrill, „da gibt es im Vergleich zum Holzkohlengrill keinen Unterschied im Geschmack, nur im Handling“, sagt Hör. Ein großer Vorteil beim Gasgrillen ist, dass wenig krebserregende Benzpyrene und Nitrosamine entstehen. Denn unter dem Rost werden Lavasteine oder keramische Briketts erhitzt, die abtropfendes Fett aufnehmen können. Dafür muss man beim Gasgrill tiefer in die Tasche greifen, ein gut ausgestattetes Modell kann schon ein paar Hundert Euro kosten.

 Eine Alternative für ambitionierte Gartengriller, die auf uriges Holzkohlenaroma stehen, ist der Kugelgrill. Der Clou bei dieser Methode ist, dass Fleisch, Fisch und Gemüse nicht direkt über der Glut, sondern über einer Schale mit Wasser gegart werden. Die Kohle wird nur am Rand abgelegt. Die obere Hälfte der Kugel dient als Deckel, die Hitze zirkuliert wie ein einem Umluftofen. Das indirekte Grillen dauert zwar länger, dafür gelingen auch größere Fleischstücke wie Truthahn und werden „butterweich und zart“, schwärmt Hör.

 

In der allergrößten Not, so Hör, genügen aber auch zwei Ziegelsteine. Rost drüber, Kohle drunter, fertig ist die Feuerstelle. Fast so wie bei unseren Vorfahren.                                                 

Barbecue-Basics 

Nicht so  hastig
Es genügt meistens, die Fleischstücke nur einmal zu wenden.
Nicht so viel
Fleisch, das zu lange auf dem Grill bleibt, wird zäh. Lieber weniger Fleisch auflegen, das dann gleich verzehrt wird.
Nicht so schnell
Nach dem Grillen sollte insbesondere Rindfleisch mindestens 5 Minuten ruhen, damit sich die Säfte im Fleisch wieder gleichmäßig verteilen. Erst nach dem Grillen salzen!
Geflügel
Geflügel wird leicht trocken, deswegen besser mitsamt der Haut grillen.
Fisch
Fisch zerfällt schnell, deswegen Fischkorb benutzen. Am besten eignen sich fetthaltige Arten wie Lachs, Makrele und Thunfisch.

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