Leben versüßen - trotz Diabetes

Geschrieben von Withania Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 24 März 2016
Ein süßes Leben trotz Diabetes - © asierromero - Fotolia.com
Ein süßes Leben trotz Diabetes - © asierromero - Fotolia.com

Die Typen des Diabetes

Der Blutzucker wird unter anderem durch das Hormon Insulin gesteuert. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und schleust den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Diabetes entsteht, wenn dieser Mechanismus nicht mehr funktioniert.
 

Dabei gibt es zwei Typen von Diabetes

Beim hat das körpereigene Immunsystem die Insulin bildenden Zellen angegriffen und weitgehend oder sogar vollständig zerstört. Die Betroffenen sind beim Auftreten der Krankheit meist jung. Sie müssen von da an das Insulin von außen zuführen.
Typ-2-Diabetes tritt meist in späteren Lebensjahren auf, kann aber auch jüngere, stark übergewichtige Menschen betreffen. Die Bauchspeicheldrüse produziert noch ausreichend Insulin, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr darauf.
Diabetes vom Typ 2 kann oft durch eine Ernährungs- und Bewegungstherapie behandelt werden. Des weiteren gibt es Medikamente, die die Wirksamkeit des körpereigenen Insulins verbessern. Heutzutage passt sich die Therapie meist dem Patienten an, nicht umgekehrt. Wer an Diabetes erkrankt, muss nicht alle Vorlieben und Gewohnheiten über Bord werfen, vieles kann man beibehalten.

 

Ist das süße Leben jetzt vorbei?

Diese Frage mögen sich manche Menschen stellen, die von ihrem Arzt erfahren, dass sie Diabetes haben. Aber warum sollte das so sein? Vielleicht macht man sich Sorgen über mögliche Folgeschäden des Diabetes. Aber, so zeigen Untersuchungen, diese lassen sich in vielen Fällen durch eine konsequente Therapie verhindern. Es gibt viele Berichte von Betroffenen, die vorher nur wenig auf ihren Körper und ihre Gesundheit geachtet haben - und sich nun "einen Ruck geben". Sie nehmen ihre Erkrankung beispielsweise zum Anlass, sich jetzt gesünder zu ernähren, das Gewicht zu reduzieren, sich mehr zu bewegen oder auch das Rauchen aufzugeben. Das mag anfangs schwer fallen, aber der Lohn stellt sich bald ein: Man fühlt sich insgesamt gesünder. Und die Freude an dem neu gewonnenen Wohlbefinden lässt sich ja vielleicht auf die Angehörigen übertragen. Wenn sich der Diabetiker gesund ernährt und mehr bewegt, weil es für ihn besonders wichtig ist, warum nicht auch der Rest der Familie? Wer als Betroffener diese Überlegungen in den Vordergrund stellt, kommt sicher besser über den ersten Schrecken nach der Diagnose hinweg. Und erkämpft sich vielleicht sogar ein Mehr an Lebensqualität als vorher. Gesund leben, gesund bleiben.
 
 

Für Diabetiker gelten dieselben Empfehlungen wie für Nicht-Diabetiker

Die Empfehlungen für Diabetiker sehen vielfach ganz ähnlich aus wie die Empfehlungen für "gesunde" Menschen. Eine vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend körperliche Aktivität gehören dazu. Was gesunde Menschen gesund erhält, hilft auch Diabetikern, mit ihrer Erkrankung besser fertig zu werden - und das heißt vor allem Folgeschäden zu vermeiden. Umgekehrt gilt allerdings: "Gesundheits-Sünden" wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung mit zu wenig Vitaminen, zu wenig Ballaststoffen, zu viel Fett, zu viel Salz oder zu viel Alkohol machen sich in Verbindung mit Diabetes stärker bemerkbar als bei Nicht-Diabetikern. Diabetiker, die Übergewicht haben, sollten dieses nicht im Hauruck-Verfahren abbauen. Mit etwas weniger Fett in der täglichen Kost lässt sich oft eine Abnahme um 1 bis 2 kg im Monat erzielen - und das ist vollkommen ausreichend! Bewegung und Sport spielen eine wichtige Rolle für Diabetiker. Sie helfen, eventuelles Übergewicht abzubauen, und verbessern die Durchblutung. Niemand verlangt dabei körperliche Höchstleistungen. Ein bisschen mehr Fitness und Ausdauer kann schon sehr helfen. Und der Spaß sollte dabei nicht zu kurz kommen.
 
 

Das müssen Diabetiker beachten

Trotz aller Normalität, die heutzutage möglich ist, müssen Diabetiker dennoch einige Besonderheiten beachten. So sollte mindestens alle drei Monate ein Besuch beim Arzt auf dem Programm stehen. Der Arzt kann z.B. durch Untersuchungen des Langzeitblutzuckers sowie der Nerven- und Nierenfunktion feststellen, wie gut der Stoffwechsel eingestellt ist. Gegebenenfalls passt er die Therapie an. Für die Selbstkontrolle und Behandlung des Diabetes werden, je nach Typ und Schwere der Erkrankung, Utensilien wie Teststreifen, Stechhilfen, ein Blutzuckermessgerät, Pens oder Spritzen sowie Medikamente bzw. Insulin gebraucht. Der Patient sollte darauf achten, stets ausreichend mit allem Nötigen versorgt zu sein. Lebensmittel, die den Blutzucker schnell und stark ansteigen lassen, müssen gemieden werden. Dazu gehören fettarme Süßigkeiten wie z.B. Gummibärchen sowie gezuckerte Limonaden oder Fruchtsaftgetränke. Sie sind nur bei einer Unterzuckerung erlaubt. Aber der Umgang mit Zucker ist für Diabetiker "lockerer" geworden. Zucker ist nicht mehr strikt verboten. Umgekehrt wird inzwischen von vielen (teuren) "Diabetiker-Lebensmitteln" abgeraten, weil sie kaum einen Nutzen bringen.

 

Neuheiten für mehr Lebensqualität

Die medizinische und pharmakologische Forschung ist ständig bemüht, Neuerungen zu entwickeln, die den Alltag von Diabetikern verbessern sollen. Ein Schwerpunkt ist die Behandlung mit Insulin. Der einzig praktikable Weg ist derzeit das Spritzen von Insulin ins Unterhautfettgewebe. Eine Hilfe ist dabei ein System, das nicht mit einer Nadel, sondern mit Luftdruck arbeitet. Doch Forscher haben in den letzten Jahren zahlreiche Tricks entwickelt, um mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden. In den kommenden Jahren könnten diverse Produkte auf den Markt kommen, die eine Insulintherapie vereinfachen.

  1. Spezielle Umhüllungen sollen das Insulin heil durch den Magen schleusen und im Darm freisetzen.
  2. Pflaster mit winzigen Nadeln oder auch Ultraschall sollen das Insulin durch die Haut in den Körper führen.
  3. Es wird auch versucht, Insulin in Form eines Nasensprays oder als Spray zur Inhalation zu verabreichen.

Allerdings haben diese Methoden derzeit noch einen recht geringen Wirkungsgrad, d.h. man muss große Mengen Insulin einsetzen, damit genug davon im Blut ankommt. Einige Forscher versuchen auch, die körpereigene Insulinproduktion wieder ins Laufen zu bringen. Aber dies ist noch Zukunftsmusik.

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