Oft ist es eine Fettleber: Allgemeines Unwohlsein, erschöpft und antriebslos

Geschrieben von Iris Leitner Zuletzt aktualisiert: Freitag, 06 April 2018
Fettleber: Unwohlsein, erschöpft und antriebslos © Superingo - Fotolia.de
Fettleber: Unwohlsein, erschöpft und antriebslos © Superingo - Fotolia.de

 

Allgemeines undefinierbares Unwohlsein, erschöpft und antriebslos? Sie können sich nur schwer konzentrieren? Und auch das Essen bekommt Ihnen nicht mehr so gut? Das könnte an Ihrer Leber liegen. Denn eine Fettleber kommt viel häufiger vor als so mancher denkt. Manche Experten schätzen gar, dass bis zu 25 Prozent der Deutschen eine Fettleber haben, ohne es zu wissen.

Die gute Nachricht: die Leber ist ein Weltmeister der Regeneration! Mit einfachen Änderungen im Lebensstil, die zusätzlich noch eine gute Anti-Aging Wirkung haben, können Sie diese Symptome verringern, sogar verschwinden lassen. Mehr Energie, bessere Konzentration, höhere Leistungsfähigkeit und das Essen bekommt Ihnen auch wieder!

Zeit, sich eines unserer wichtigsten Organe einmal näher zu betrachten.

Die vielfältigen Aufgaben der Leber

Die Leber ist das Organ in unserem Körper mit dem vielfältigsten Aufgabengebiet. Sie reguliert den Zucker- Eiweiß und Fettstoffwechsel. Zudem speichert die Leber die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, Vitamin B12 sowie Eisen und Mineralstoffe. So manch einer führt seinem Körper  - im Glauben, etwas gegen das Altern zu tun - mehr Vitamine zu als nötig. Besonders die fettlöslichen Vitamine muss die Leber dann mühsam entsorgen. 

Außerdem produziert sie unermüdlich Eiweißstoffe für die Blutgerinnung. Das Cholesterin baut sie um zu Gallensäuren für die Fettverdauung. Ohne diese Säure könnten wir Sahnetorte oder Käse einfach nicht verdauen. Zudem sorgt die Leber noch durch den Auf- und Abbau von Hormonen für das Gleichgewicht der Hormone - ein wichitger Faktor beim Anti-Aging. 

Die wohl wichtigste Aufgabe: Die Leber ist das größte Entgiftungsorgan unseres Körpers. Und für sie gibt es keinen Ersatz! Wenn die Nieren ihren Dienst versagen, hilft die Dialyse, wenn die Lunge nicht richtig funktioniert, unterstützt uns die künstliche Beatmung. Doch bei nachlassender Leberfunktion hilft nichts außer einer Transplantation. Und genau deshalb ist es so immens wichtig, auf dieses – auch noch im verfetteten Zustand – unbemerkt arbeitende Organ sorgfältig zu achten!

Was die Leber krank macht

Alles was wir an Nahrung zu uns nehmen, wird in der Leber gefiltert. Bei vielen Lebens- und Genussmitteln ist es uns klar, dass sie nicht unbedingt gesund sein können, bei anderen aber nicht. 

Neben zu viel Fetten und ungünstigen Kohlenhydraten, spornt vor allem Alkoholkonsum unsere Leber zu Höchstleistungen an, die sie so auf Dauer nicht immer voll durchhalten kann.

Zusätzlich wird die Leber durch Medikamente, Lösungsmittel und Umweltgifte, die wir mit der Nahrung und über die Haut aufnehmen gefordert. Gerade für den Anti-Aging Bereich werden im Internet viele Mittelchen angeboten, deren Herkunft oft unklar ist und die nicht entsprechend der EU-Richtlinien auf Schadstoffe geprüft sind. Meist ist nicht ein einzelner Schadstoff auslösend für eine Schädigung der Leber, sondern die Summe der Dinge. Was die Leber noch alles schädigt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Sehen Sie sich auch dieses Video zu  den Einflüssen der Umwelt- und Nahrungsmittelgifte auf unsere Leber an.

Die Fettleber ist eine Zivilisationskrankheit

Neben Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen ist die Fettleber in den letzten Jahren auf dem Vormarsch. Auch schlanke Menschen können an einer Fettlebererkrankung leiden. Man spricht dann von den TOFIs (thin outside – fat inside). Diese Menschen sehen auf den ersten Blick zwar schlank aus, allerdings hat sich zwischen den Organen im Bauchraum besonders schädliches Fett eigelagert. Und seit von der Nahrungsmittelindustrie breitflächig Fructose in allen Varianten als Süßungsmittel eingesetzt wird, sind bereits Kinder und Jugendliche davon betroffen.  

Bei den Ursachen dieser Fetteinlagerung in den Leberzellen unterscheidet man zwischen zwei Fettlebererkrankungen:

Fettleber Freebie1. Die nicht alkoholische Fettlebererkrankungen NAFLD und NASH

Von der NAFLD (non-alcoholic fatty liver disease) spricht man, wenn die Leber Fett eingelagert hat, aber noch keine Entzündungsreaktionen erkennbar sind. Dieses Stadium kann sich durch eine entsprechende Lebensweise wieder vollständig zurück bilden.

Treten in der verfetteten Leber Entzündungen auf, spricht man von einer Fettleber Hepatitis, der NASH (nicht-alkoholische Steatohepatitis). Bei einer Gewebeprobe erkennt der Pathologe schon deutlich die Entzündungsprozesse.

Unser Wunderorgan Leber ist aber selbst in diesem Stadium noch dazu in der Lage, sich wieder vollständig zu regenerieren.

2. Die alkoholische Fettlebererkrankung ASH (alkoholische Steatohepatitis)

Wie es der Name schon vermuten lässt, entsteht diese Erkrankung durch einen übermäßigen Alkoholkonsum. Genau wie bei der nicht-alkoholischen Form lagert die Leber zuerst Fett ein, dann kommt es zu Entzündungsreaktionen und schließlich bildet sich Narbengewebe und es sterben Leberzellen ab – man spricht von Leberzirrhose. Beruht die Fettleber auf dem Alkoholkonsum, hilft es nur, komplett auf Alkohol zu verzichten.

Übergewicht, Stoffwechselstörungen und in Einzelfällen auch genetische Vorbelastungen begünstigen die Fetteinlagerung in die Leber.

Wie kann eine Fettlebererkrankung festgestellt werden

Da im Anfangsstadium selbst die Leberwerte bei einer Blutabnahme  keine Auffälligkeiten zeigen, ist die Fettleber oft erst ein Nebenbefund bei einem Ultraschall des Bauchraumes.

Doch bereits ein Bauchumfang von mehr als 102 Zentimetern beim Mann und 88 Zentimetern bei Frauen ist ein erster Hinweis auf Fetteinlagerungen in die Leber. Kommen dann die geschilderten unspezifischen Symptome, wie Antriebslosigkeit, Unkonzentriertheit, Verstimmungen und Unverträglichkeiten hinzu, sollte auch eine Fettleber in Betracht gezogen werden.

Darüber hinaus gibt es verlässliche und einfach zu erhebende Tests, wie den Fatty Liver Index, die verlässlich auf eine Fettleber hindeuten.

Ist die Leber bereits entzündet, steigen auch die Werte der Leberenzyme an. Werte wie Gamma-GT – ein Enzym das sich an der Leber und den Gallengängen sammelt, der GOT Wert, der Auskunft über eine Leberentzündung (Hepatitis) gibt oder der GPT-Wert – ein erhöhter Wert dieses Enzyms zeigt bereits eine Schädigung der Leber an, sind ernste Hinweise auf erste Schädigungen des Organs.

Was das unterschätze Bauchfett alles kann

Komplimentierte Verharmlosungen gibt es viele: "Rettungsringe" oder " Vorrat für schlechte Zeiten", auch als Mengenangabe für schöne Menschen: "Mehr von etwas Schönem" benutzt.

In Österreich schon fast Werbung für eine bekannte Biermarke: "Gössermuskel" (nach einer Biermarke) benannt. Soweit so gut – rein optisch, gibt es da oft nicht unbedingt was zu bemängeln. Gesund sind diese Vorratsfettzellen jedoch nicht. Studien bezeugen, dass bei Menschen mit Fettablagerungen am Bauch (Apfeltyp) ein deutlich höheres Risiko für eine fettleber besteht als Menschen mit Fettablagerung an Oberschenkel und Hüften (Birnentyp). Warum das so ist? Weil sich das Bauchfett selbstständig gemacht hat und ein aktives Gewebe ist, dass ungünstige und entzündungsfördernde Hormone und Botenstoffe produziert. Somit in den Energiestoffwechsel einwirkt und sich wie ein eigenes Organ aufführt.

Regeneration und Emotionen

Nun die gute Nachricht: Die Leber ist das Organ, das sich am besten selbst regenerieren kann, sofern noch genügend gesundes Lebergewebe vorhanden ist.

Wie Sie Ihre Leber untertützen können, lesen Sie in unserem Artikel "Wählen Sie was der Leber gut tut".

Anti Aging umfasst nicht immer nur körperliches Bewusstsein sondern auch eine klare Sicht auf unsere Gefühle und welche wir davon vielleicht anders betrachten können. Über Gefühle, die der Leber zugeordnet sind lesen Sie in: "Die Leber und die ihr zugeordneten Emotionen".

Kommentare (1)

  • Jan

    08 Mai 2018 um 17:26 | #

    Ich hatte ein ähnliches Problem vor etwa 1 Jahr und mir hat Korkuma sehr geholfen, von daher kann ich es absolut empfehlen. Ansonsten viele hilfreiche Tipps...Gruß Jan

    antworten

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