Chemisches Peeling - was Sie hierbei beachten sollten

Geschrieben von Withania Zuletzt aktualisiert: Samstag, 23 Juli 2016
Chemisches Peeling - was Sie hierbei beachten sollten © 21011997 - Fotolia.com
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Die Wirkung des Peelings ("Schälen") beruht auf der Tatsache, dass die Bildung neuer Hautzellen angeregt wird, wenn die obersten Hautschichten entfernt werden. Damit können Altersflecken, Falten und Narben vermindert oder ganz zum Verschwinden gebracht werden. Die sich neu bildenden Hautschichten sind glatter und sehen jünger aus, die Fachleute sprechen von "Resurfacing".

Neben Fruchtsäuren, die nur ein ganz oberflächliches Peeling ("Soft Peeling") bewirken, stehen verschiedene, je nach Konzentration mehr oder weniger stark ätzende chemische Substanzen zur Verfügung: Phenol, Trichloressigsäure (TCS) oder Salicylsäure - in Fachkreisen ist je nach Tiefenwirkung von tiefen oder mitteltiefen Peelings die Rede. In den letzten Jahren werden auch vermehrt Mischsubstanzen dieser Säuren angeboten, die durch geringere Dosierung der Substanzen nebenwirkungsärmer und verträglicher sein sollen. Chemische Peelings dürfen - im Gegensatz zu Fruchtsäurepeelings - nur von einem Arzt durchgeführt werden.

Vor dem Eingriff

Grundsätzlich sollte vor jedem Eingriff die Meinung eines zweiten Arztes eingeholt werden. Nur der Fachmann kann entscheiden, welche Art von Peeling im individuellen Fall geeignet ist und die Behandlung sollte nur von einem in der Methode erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Vier bis acht Wochen vor dem Peeling beginnt die Vorbehandlung: Mit Hilfe von äußerlich aufgebrachten Vitamin-A-Säure- oder Fruchtsäurepräparaten wird die Haut darin unterstützt, die obersten Hornzellen abzustoßen; damit wird die Haut glatter und ein gleichmäßiges Eindringen der Peeling-Substanz ist eher gewährleistet. Zudem soll die Behandlung mit Vitamin-A-Säure auch den späteren Heilungsprozess beschleunigen und besonders bei dunkelhäutigen Menschen möglichen Pigmentverschiebungen (die Haut wird stellenweise noch dunkler) nach dem Peeling entgegen wirken.

Da die Haut besonders nach einem tiefen Peeling eine offene Wunde darstellt, können sich Keime leicht ansiedeln und ausbreiten. Vor allem gilt das für das Herpes-simplex-Virus, den Verursacher von Fieberblasen. Eine Infektion mit dem Virus kann nicht nur die Heilung beeinträchtigen, sondern zu schmerzhaften Entzündungen führen, die Narben zurück lassen. Diese Gefahr wird gebannt, wenn bereits zwei Tage vor dem Eingriff mit der Einnahme eines die Virusvermehrung hemmenden Medikaments (etwa mit der Substanz Acyclovir) begonnen und diese Behandlung bis eine Woche nach dem Resurfacing fortgesetzt wird. Rauchern wird empfohlen, mindestens eine Woche vor und bis drei Wochen nach dem Eingriff das Rauchen drastisch einzuschränken oder ganz sein zu lassen; Nikotin verzögert die Wundheilung und trägt zudem zu einer frühzeitigen Hautalterung bei.

Der Eingriff

Vor dem Auftragen der Säure wird das Gesicht entfettet, damit die Substanz besser und gleichmäßiger in die Haut eindringen kann. Dann wird der Wirkstoff mit Hilfe eines Wattestäbchens oder mit größeren Wattepads dünn auf die Haut aufgetragen, bei manchen Produkten auch mehrmals hintereinander. Insgesamt dauert die Prozedur ca. 30 bis 60 Minuten.

Die Wahl der Betäubung

Bei tiefen Phenolpeelings wird wegen der starken Schmerzen, die schon beim Auftragen der Säure auftreten, eine Vollnarkose empfohlen. Da diese Art von Peeling starke Nebenwirkungen haben kann (s. Risiken), ist überdies ein EKG-Monitoring während des gesamten Eingriffs erforderlich. Mitteltiefe Peelings können in so genanntem Dämmerschlaf ("Sedoanalgesie") mit gleichzeitiger Lokalanästhesie durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um eine leichte Betäubung mit gleichzeitig sedierender, also beruhigender Wirkung, die im Gegensatz zu einer Vollnarkose keine künstliche Beatmung nötig macht. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich.

Die Risiken

Am risikoreichsten sind tiefe Phenolpeelings. Phenol wirkt giftig auf Herz und Nieren, wenn die Substanz zu tief eindringt und durch das Blutgefäßsystem in den gesamten Organismus kommt. Im schlimmsten Fall kann es zu schweren Störungen von Herz und Nieren kommen - mit ein Grund, warum diese Art von Peeling immer seltener durchgeführt wird und von neuen Mischsubstanzen und auch dem Laser ("Skin resurfacing") abgelöst wurde. Zu starke Verätzung der Haut durch unsachgemäße Anwendung der Peeling-Substanzen kann bleibende Narben hinterlassen. Zudem können nicht mehr rückgängig zu machende Pigmentstörungen (fleckige, dünklere oder hellere Haut) eine Nebenwirkung des chemischen Peelings sein, vor allem bei Menschen mit dunklerem Hauttyp. Da die Gesichtshaut nach der Behandlung eine Wunde (wenn auch eine kontrollierte) darstellt, können sich Keime besonders leicht ansiedeln und zu einer Infektion mit starken Entzündungen führen. Einer Infektion mit Herpes-simplex-Virus sollte schon vor dem Eingriff vorgebeugt werden; kommt es zu einer bakteriellen Infektion, ist die Einnahme entsprechender Antibiotika notwendig, die manchmal schon vorsorglich vor dem Peeling begonnen wird.

Nach dem Eingriff

Nach tiefen Peelings und Vollnarkose kann ein Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Tagen notwendig werden. In der ersten Woche nach dem Peeling brennt und nässt die Haut, sie ist entzündlich gerötet, geschwollen und anfällig für Verletzungen und Verschmutzungen. Manche Ärzte plädieren aus diesem Grund für einen dicht sitzenden Verband, der nach Bedarf gewechselt wird. Jedenfalls muss die Haut durch regelmäßiges Auftragen von Pflegesalben geschmeidig und feucht gehalten werden, um die Bildung harter Krusten zu verhindern, die nach dem Abfallen Narben hinterlassen könnten.

Zwischen dem 8. und 21. Tag nach der Operation gehen die Schwellungen zurück, es wächst neue Haut nach, die aber ebenfalls noch sehr empfindlich ist; die Rötungen bleiben meist noch einige Wochen bestehen. Die Haut muss weiterhin sorgfältig gepflegt und geschont werden, regelmäßige Spülungen mit Essigwasser werden in dieser Zeit empfohlen. Wegen der auffälligen Hautrötungen und -schwellungen ziehen es die meisten Patienten vor, für zwei bis drei Wochen gar nicht in Gesellschaft zu gehen. Am besten ist, man nimmt für diese Zeit Urlaub. Sonnenbestrahlung sollte das erste halbe Jahr nach der Behandlung vermieden werden. Wenn das nicht möglich ist, ist es sinnvoll die Haut durch Sonnenschutzmittel vor der UV-Bestrahlung zu schützen.

Das Resultat

Das Resultat ist frühestens drei Monate nach dem Peeling zu beurteilen. Dann hat die Haut im Idealfall auch wieder die normale Farbe. Das Ergebnis hält zwei bis zehn Jahre an; die Behandlung kann, besonders bei tiefen Peelings, frühestens nach ein paar Jahren wiederholt werden.

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